Empfangsgebäude des Bahnhofs Nordstemmen – Politik lässt keine Ignoranz der Deutschen Bahn gelten

Volker Senftleben mit Ministerpräsidenten Stephan Weil am Bahnhof in Nordstemmen

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Nordstemmen steht im Eigentum der Deutschen Bahn AG. Seit 1977 wird das Gebäude weder genutzt, noch instandgehalten. Der Bahnhof ist als „Königsbahnhof“ Teil des Gesamtkunstwerks Schloss Marienburg. Für dessen Erhalt und weitere öffentliche Zugänglichkeit wenden der Bund und das Land Niedersachsen rund 27,2 Millionen Euro auf. Seit Langem ist das Empfangsgebäude Gegenstand ausführlicher Erörterungen zwischen dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur als oberste Denkmalschutzbehörde, dem Landkreis Hildesheim als untere Denkmalschutzbehörde, der Standortgemeinde Nordstemmen und den verschiedenen Gesellschaften der Deutschen Bahn AG. Die Gespräche führten bisher zu keinem Ergebnis, sodass sich keine Verbesserung der Situation ergeben hat.

Der fortschreitende Verfall des wichtigen Baudenkmals sorgte in der Vergangenheit nicht nur in weiten Kreisen der regionalen Öffentlichkeit für wachsenden Unmut. Der SPD-Landtagsabgeordnete Volker Senftleben initiierte gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Westphal im Jahr 2020 ein Gespräch mit dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur Herrn Björn Thümler und Vertretern der Deutschen Bahn AG. Im Gespräch machten die Politiker deutlich, dass die Deutsche Bahn AG als öffentliches Unternehmen zum Erhalt des Kulturdenkmals gesetzlich verpflichtet ist.

Volker Senftleben findet klare Worte für das Vorgehen der Deutschen Bahn AG: „Eine Ignoranz des Denkmalschutzes durch die Deutsche Bahn AG werden wir nicht akzeptieren. Der Bahnhof ist kulturell von hoher Bedeutung. Das Empfangsgebäude hat großes Potential und könnte durch eine Restaurierung bestmöglich genutzt werden.“ „Dass Kompromisse aller Beteiligten nötig sein werden, ist selbstverständlich. Möglicherweise kommt eine sinnvolle Nachnutzung auch nur in Teilbereichen des Gebäudes in Frage. Wichtig ist vor allem, dass endlich Lösungen gegen den aktuellen fortschreitenden Verfall des Gebäudes gefunden werden“, so Senftleben weiter. Ausdrücklich erfreut bin ich über die souveräne Haltung des zuständigen Ministeriums in Hannover, ergänzt der Abgeordnete.

Im November 2020 teilte die DB Station & Service AG jedoch mit, eine rechtliche Prüfung vornehmen zu wollen, ob sie einer gesetzlichen Erhaltungspflicht unterliege. Die Bahn ist der Ansicht, sie könne eine wirtschaftliche Unzumutbarkeit geltend machen und äußerte, dass sie einen Abbruch des Bahnhofsgebäudes in Betracht ziehe.

„Sollte die Deutsche Bahn weiterhin behaupten, sie unterliege keiner Erhaltungspflicht, wird das Ministerium für Wissenschaft und Kultur sicher geeignete Maßnahmen ergreifen um das denkmalgeschützte Empfangsgebäude zu sichern“, so Senftleben abschließend.