Land stellt 10-Punkte-Agenda für Schulen und KiTa vor

Die am 11. Februar 2021 durch den Kultusminister Grant Hendrik Tonne vorgestellte 10-Punkte-Agenda für Schulen und Kindertageseinrichtungen in der Corona-Pandemie soll die Betreuung, die Bildung und die Zukunftschancen für junge Menschen in der Pandemie sicherstellen. 

„Die 10- Punkte- Agenda ist wichtig um allen Beteiligten eine klare Struktur an die Hand zu geben. Das Homeschooling klappt vielerorts gut, ist aber ausbaufähig. Ein besonders wichtiger Punkt der Agenda ist, dass alle Schul- und Kitabeschäftigte die Möglichkeit haben, sich wöchentlich auf SARS-CoV-2 testen zu lassen. Dafür stehen insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das ist genau die Summe, die gebraucht wird, wenn sich alle Berechtigten jede Woche testen lassen.  Das ist ein großer Erfolg, denn dadurch werden das niedersächsische Schulpersonal und die Schüler*innen bestmöglich geschützt.“, so der Landtagsabgeordnete Volker Senftleben. 

„Außerdem soll nach den Osterferien im April, wenn die Inzidenzwerte weiter absinken, ein inzidenter Stufenplan gelten. Dieser sieht vor, so viel Präsenzunterricht und Kitabetrieb wie möglich zu erteilen und bei einem erhöhten Infektionsgeschehen schnell und konsequent zu reagieren.“, so Senftleben weiter. 

Die Agenda sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:

  1. Organisation 
  • Die Grundschulkinder, Förderschüler*innen GE, sowie die Abschlussklassen machen weiterhin Wechselunterricht mit allen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen 
  • Die Kitas sind geschlossen bis zu einer 50 Prozent Notbetreuung 
  • Das Distanzlernen für Dreiviertel der Schüler*innen läuft weiter
  1. Infektionsschutz 

Vorgesehen ist eine Entzerrung der Schulanfangszeiten und eine höhere Bereitstellung von FFP2- und OP-Masken,   finanziert über das Schulbudget

  1. Testangebot für Schul- und Kitabeschäftigte
  • Bis zu den Osterferien können sich über 100.000 Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter*innen, kommunal beschäftigte wie Hausmeister*innen und Schulverwaltungskräfte, sowie rund 80.000 Mitarbeiter*innen in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege einmal pro Woche mit einem Schnelltest auf SARS-CoV-2 bei Ärzt*innen testen lassen. 
  1. Digitalisierung 
  • Die Mittel aus dem Digitalpakt Schule sollen noch schneller abgerufen werden. Vorgesehen ist, dass bis Ende des Jahres rund 50 Prozent, also ca. 260 Millionen Euro bewilligt werden. 
  • In diesem Jahr sollen alle Lehrkräfte mit dienstlichen mobilen Endgeräten und E-Mail Adressen ausgestattet werden
  • Die niedersächsische Bildungscloud wird nachgerüstet (insbesondere das Mathematik- Lernprogramm „bettermarks“
  • Jede Lehrkraft in Niedersachsen soll 2021 mindestens eine Fortbildung mit digitalen Medien absolvieren
  1. Homeschooling 
  • Die Uneinheitlichkeit beim Homeschooling soll verbessert werden, insbesondere die Struktur und Tagesabläufe. Zu Beginn jeden Schultages sollte ein digitales Treffen stattfinden. 
  • Die Leistungsbewertung und die Erreichbarkeit der Schule sollte klarer strukturiert werden. 
  1. Versetzungen, Prüfungen, Abschlüsse
  • Die Schüler*innen haben keine Nachteile wegen Corona zu befürchten. Insbesondere werden faire Prüfungen gestellt und nur der Lernstoff in Prüfungen abgefragt, der im Schuljahr tatsächlich behandelt wurde. 
  • Die Voraussetzungen sind geschaffen, damit die Abschlussprüfungen im Haupt-, Real- und Förderschulbereich stattfinden können. 
  • Die mündlichen Prüfungen können wie im letzten Jahr freiwillig abgelegt werden.
  • Das Zentralabitur soll stattfinden, im Notfall auch dezentral. Alle Prüfungsaufgaben wurden durch das Kultusministerium nochmal geprüft und zum Teil überarbeitet. Die Schulen bekommen mehr Spielraum und haben eine größere Auswahl bei den Prüfungsbestandteilen. 
  1. Versäumter Lernstoff
  • Die durch die Schulschließungen entstandenen Lernrückstände sollen damit ausgeglichen werden, dass die Schulen mehr Stunden für die Kernfächer einsetzen. Insbesondere Lesen, Schreiben und Rechnen sollen an den Grundschulen gestärkt werden. 
  • Alle Schulen erhalten die Möglichkeit, die Stundentafel in den Jahrgängen 5 bis 8 zu flexibilisieren. 
  • Die Kerncurricula werden deutlich gestrafft und mit klaren Vorgaben versehen, welche Lernziele erreicht werden sollen. 
  1. Schwierige Lernbedingungen
  • Ganz besonders müssen die Schüler*innen beachtet werden, die unter erschwerten Lernbedingungen leiden. Es müssen strukturierte Tagesabläufe mit täglichem Kontakt zu den Lehrkräften geschaffen werden. 
  • Darüber hinaus unterstützt ein Corona Beratungsteam Schulen und Lehrkräfte konkret vor Ort bei der Kompensation von Lernrückständen. 
  • Auf dem niedersächsischen Bildungsportal gibt es ergänzend dazu umfangreiche Materialien und Hinweise (https://bildungsportal-niedersachsen.de/)
  1. Schule ist mehr als Unterricht 

Die Schulpsychologie soll jetzt auch für minderjährige Schüler*innen und für Eltern geöffnet werden. Die Belastungen werden als zentrales Thema im Schulverwaltungsblatt bearbeitet, dort finden sich auch umfangreiche Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsangebote.

    10. Entlastung der Grundschulen 

  • Allen rund 1.600 Grundschulen sollen 4 zusätzliche Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt werden. 
  • Kleinere Grundschulen können weiteres Personal zur Unterstützung anstellen. Jede Schule kann eine*n pädagogische Mitarbeiter*in zusätzlich für ein halbes Jahr befristet einstellen. 
  • Aus dem 20-Millionen-Minijober Programm werden zusätzlich 950 Stellen an kleinere Grundschulen gegeben.
  • Es stehen darüber hinaus noch Mittel für die befristete Stundenerhöhung von teilzeitbeschäftigten pädagogischen Mitarbeiter*innen zur Verfügung.